Willkommen auf der offiziellen Homepage des ABV 1863 e.V. Stuttgart - der Verein am Fuße des Fernsehturmes
Kategorie Icon
Zeit fĂŒr Plan B: die Fußballligen erhalten wohl einen neuen Modus. Im Bezirk Stuttgart hat man eine klare Meinung.
So schnell können sich Dinge in diesen Zeiten Ă€ndern. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Harald MĂŒller, der Spielausschuss-Vorsitzende des WĂŒrttembergischen Fußball-Verbands (WFV), in der Corona-Krise fĂŒr seine Sparte „Geduld und Gelassenheit“ gefordert hatte. Nun ist die Geduld notgedrungen auch schon am Ende. Nach der VerlĂ€ngerung des Teil-Lockdowns durch die Politik bis zum 10. Januar und in Anbetracht auch fĂŒr danach eher schlechter Prognosen verdichten sich die Anzeichen: Die laufende Saison kommt auf den Operationstisch – sie erhĂ€lt einen verĂ€nderten, nĂ€mlich abgespeckten Wettbewerbsmodus. Und zwar jenen, ĂŒber den unsere Zeitung bereits Anfang November erstmals berichtet hatte – und den etwa die Kollegen des Landesverbands Bremen schon seit Sommer als Notfall-Alternative in ihrer Spielordnung verankert haben.
Der Plan lautet: die Hinrunde zu Ende spielen, danach Verzicht auf die RĂŒckserie, stattdessen eine Unterteilung des Starterfelds in eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde, in der jeder noch einmal gegen jeden spielt. So reduzierte sich zum Beispiel in der Verbands- und Landesliga die Zahl der Spieltage von 38 auf 28. Dies ist das vom Verband mittlerweile favorisierte Modell. Allen ĂŒberbezirklich aktiven Vereinen, darunter die Filderclubs Calcio Leinfelden-Echterdingen, SV Bonlanden, TV Echterdingen und TSV Plattenhardt, wurde es in Videokonferenzen Anfang dieser Woche vorgestellt. Am heutigen Mittwochabend folgt ein weiteres virtuelles Meeting mit den Vorsitzenden und Spielleitern der 16 Bezirke zum selben Thema, um auszuloten, ob dort ein identischer Weg beschritten werden soll. Zumindest fĂŒr die höheren Ligen hatte der WFV schon zuvor in einer schriftlichen Mitteilung Handlungsbedarf angekĂŒndigt. Zwischenzeitlich bestĂŒnden „erhebliche Zweifel, ob in grĂ¶ĂŸeren Staffeln ab 17 Vereinen die Meisterschaftsrunden noch unter zumutbaren Bedingungen vollstĂ€ndig zu Ende gespielt werden können“, heißt es in jener.
Von Karl-Josef Deutelmoser, dem Landesliga-2-Staffelleiter, gibt es dazu ein klares Nein. „Das nach bisherigem Modell zu schaffen, wĂ€re illusorisch. Es ist ohne Alternative, etwas zu Ă€ndern“, sagt er. Bis zu 27 Spiele hĂ€tten seine Mannschaften andernfalls noch zu absolvieren. Dies bedeutete: englische Wochen und Werktag-Nachholspieltage in Serie. „Den Arbeitgeber“ wollte Deutelmoser sehen, „dem sein Mitarbeiter dann an sieben oder acht Mittwochen am StĂŒck erklĂ€rt, dass er jetzt wegen Fußball schon um 13 Uhr Feierabend machen muss“.
In den Bezirks- und Kreisligen sind es zwar aufgrund ĂŒberwiegend kleinerer Teilnehmerzahlen weniger Spieltage. Doch plĂ€diert im Bezirk Stuttgart der dortige Vorsitzende Michael Spörer ebenfalls fĂŒr die Variante mit Auf- und Abstiegsrunde. „Das ist aus meiner Sicht das, wovon man sagen könnte, das kriegst du noch sinnvoll durch“, sagt er. Zumal: wann dann tatsĂ€chlich wieder Fußball gespielt werden kann, weiß ja weiter keiner. Reichen wĂŒrde so auch noch ein Wiederbeginn erst im MĂ€rz. Bis Ende April könnte die angebrochene Hinserie abgeschlossen werden, aus welcher die Punkte ĂŒbernommen wĂŒrden. Dann ginge es zweigeteilt weiter, bis zum 20. Juni. Die Relegationsspieltage schließlich blieben wie ursprĂŒnglich vorgesehen.
Entscheidungen sollen tendenziell noch in diesem Kalenderjahr fallen. Der weitere Verfahrensweg: nach den erwĂ€hnten Konferenzen tagt am Samstag der WFV-Beirat – jenes Gremium, das Beschlussmacht hat. Wahrscheinlich ist, dass in dessen Sitzung auf Basis der Erkenntnisse dieser Woche ein endgĂŒltiger Plan erstellt wird – welcher dann in einer kurzfristigen außerordentlichen Beiratsrunde final abgesegnet werden könnte.
Zumindest fĂŒr Ober-, Verbands- und Landesliga bedeutete alles andere als ein Ja fĂŒr das nun aus der WFV-Zentrale vorgeschlagene Konstrukt eine Überraschung. FĂŒr die Bezirke, wo es nicht das erste Mal wĂ€re, dass recht kontrĂ€re Meinungen aufeinandertreffen, gilt derweil eher: mal schauen. Ob fĂŒr alle Bezirke ein einheitlicher Weg gefunden werden soll oder es auch individuelle Lösungen geben könnte, lĂ€sst der Chefplaner MĂŒller offen.
www.wuerttfv.de
 
JSN Mico is designed by JoomlaShine.com