14.06.2017 - STN - Erst der Umbruch, dann der Aufstieg

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Meistergeschichten (Folge 5) SGM ABV/TSV 07 Stuttgart leistet auch Integrationsarbeit
Stuttgart. Paul Wrensch ist ein bescheidener Mann. Sein Anteil am Erfolg der Mannschaft sei gering, sagt der Trainer und gibt sämtliche Lobeshymnen direkt an sein Team weiter. „Die Jungs waren einfach toll“, betont der 28-Jährige, „als Trainer kann man viel erzählen, die Mannschaft muss es umsetzen, und das hat sie getan.“ Und wie! Mit insgesamt 114 Toren und nur 24 Gegentreffern hat die Spielgemeinschaft die Meisterschaft bereits am drittletzten Spieltag klargemacht. „Viel besser geht es nicht“, findet Paul Wrensch. Das Remis und die Niederlage gegen den Vizemeister FV Germania Degerloch kann der Sportstudent dabei leicht verschmerzen.
Denn seinem Team ist gelungen, womit kaum einer gerechnet hatte: der direkte Wiederaufsteig nach dem bitteren Abgang der vorvergangenen Saison. Nach dem Abstieg in die Kreisliga B 6 gab es bei der SGM ABV/ TSV 07 Stuttgart einen Umbruch. Einige Spieler haben den Verein verlassen, nur ein kleiner Kern ist geblieben. Gemeinsam mit Co-Trainer Holger Kaiser hat Paul Wrensch im Sommer 2016 eine Mannschaft übernommen, aus der das Trainergespann erst einmal ein Team formen musste. Es ist gelungen. Und das obwohl es für den 28-Jährigen, der mit dem SV Vaihingen selbst schon in der Landesliga aktiv war, die erste Station im Aktivenbereich war.
Ein Geheimnis für den Erfolg ist wohl die Breite, in der sich die Spielgemeinschaft aufgestellt hat. Die Übergänge zwischen erster und zweiter Mannschaft waren fließend. Da beide Teams gemeinsam trainierten, war die Trainingsbeteiligung entsprechend hoch. „Wir hatten im Schnitt 35 Leute im Training“, sagt der Coach. Bei Heimspielen betreute das Trainergespann beide Teams gemeinsam, zu Auswärtsspielen teilten sie sich auf. Der Konkurrenzkampf hat dem Zusammenhalt nicht geschadet. Jeder musste alles geben, um seine Chance zu nutzen. „Natürlich gab es auch mal Härtefälle, es konnten ja nicht alle spielen. Aber unsere Akteure haben immer Verständnis gezeigt und konnten die Entscheidungen nachvollziehen“, ist Paul Wrensch auf das Verhalten abseits des Platzes stolz.
Und natürlich auch auf seinen besten Torjäger. Maximilian Uhlenberg (26), der in der Rückrunde der Saison 2015/16 schon einmal als Interimstrainer fungiert hat, hatte mit seinen 50 Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg der Mannschaft. Aber auch hier denkt Paul Wrensch an den Teamgedanken: „Er kann eben auch nur treffen, wenn er die Bälle aufgelegt bekommt“, vergisst er nicht zu betonen: „Wir haben in der Mannschaft unheimlich viele, die sich in die Scorer- und Torschützenliste eingetragen haben.“
Vor der neuen Saison in der Kreisliga A ist der SGM ABV/TSV 07 Stuttgart daher nicht bange. „Wir haben zwar nicht viele Spieler, die Erfahrungen in der A-Liga haben, aber wir werden schauen, was geht. Vor allem wollen wir mit dem Abstieg dieses Mal nichts zu tun haben“, sagt Paul Wrensch.
Der eine oder andere Neuzugang soll dabei helfen. Darunter sind auch einige Spieler, die mittlerweile schon eine ganze Zeit lang mit der Mannschaft trainieren. Neun Flüchtlinge haben in der vergangenen Saison regelmäßig das Training besucht, sie wurden vom Verein unterstützt, blieben beitragsfrei und bekamen jeweils einen kompletten Satz an Trainingsutensilien gestellt. Vier von ihnen haben sogar bereits am Spielbetrieb teilgenommen, ein weiterer hat seine Spielerlaubnis inzwischen erhalten, die restlichen sollen folgen. „Da sind wirklich gute Fußballer dabei, die uns bestimmt noch weiterhelfen werden“, freut sich Paul Wrensch über die gelungene Integration, die unlängst auch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Beachtung fand.
Die DFB-Stiftung Egidius Braun hat im Rahmen ihrer Aktion „1:0 für ein Willkommen“ seit 2015 bereits über 3000 Vereine in Deutschland für die Integration von Flüchtlingen belohnt und sie mit einer Anerkennungsprämie unterstützt. In diesem Jahr hat nun auch die SGM ABV/TSV 07 Stuttgart einen Scheck in Höhe von 500 Euro zur Unterstützung ihrer Integrationsarbeit bekommen. „Darüber freuen wir uns natürlich sehr“, sagt der Meistertrainer.
Fast so sehr wie über den Wiederaufstieg.
   

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